20 Jahre Lebeka-Ausgabestelle Kardorf

18.06.26, 20:00
Lebeka, Harald Siebert
Zum Foto: Das Lebeka-Team mit seinen Jubilaren: Renate Müller, Irmgard Notzen, Christel Janik, Hansjörg Bucher und Elisabeth Kleißler. (c) Foto: Lebeka

Kardorfer Lebeka-Team hilft seit 20 Jahren Bedürftigen

Als „unverzichtbare Einrichtung in unserer Stadt“, die „wichtiger denn je ist“, hat die stellvertretende Bürgermeisterin Bornheims, Gabriele Kretschmer, die Lebeka, also die „Lebensmittelausgaben der Evangelischen und Katholischen Kirchen“, gewürdigt. Deren Ausgabestelle in Kardorf feierte jetzt ihr 20jähriges Bestehen. Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden und so Bedürftigen einige Sorgen nehmen ist ihr Ziel. Bei der Dankfeier im Pfarrheim Sechtem wurden nicht zuletzt die Spender der Lebensmittel herausgestellt. Auch wegen ihrer Unterstützung stehe die Lebeka für Hilfe, Solidarität und gelebte Menschlichkeit, so Manfred Roscheck, der Leiter des Kardorfer Teams.

Ursprünglich hatte die evangelische Kirche Bedürftige mit Geld und Lebensmittelgutscheinen unterstützt. Berichte über die Aktivitäten der Tafeln waren dann der Anlass, auch im Vorgebirge als unverkäuflich aussortierte Lebensmittel zu retten und an Menschen abzugeben, die solche Hilfe nötig haben. Die erste Lebeka-Ausgabestelle öffnete 2004 in Bornheim. Zwei Jahre später kam die zweite in Kardorf hinzu, als sich die katholische Kirche der Initiative anschloss und im ökumenischen Sinn den Pfarrsaal unter der Kirche Sankt Josef zur Verfügung stellte. Dorthin kommen seitdem Menschen aus den nördlichen Gemeinden Bornheims, von Dersdorf bis Walberberg.

Etwa 30 Kunden waren es anfangs und fanden nahezu immer eine reich gedeckte Tafel vor. Rentner, Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende und Großfamilien zählten dazu, später kamen immer mehr ausländische Bürger hinzu. Gemeinsam ist allen, dass sie einen Berechtigungsnachweis vorlegen müssen, um von der Lebeka bedient zu werden. „Heute kommen jede Woche 110 Familien zu uns. Unter diesen 270 Menschen sind etwa ein Drittel Kinder und Jugendliche“, zog Manfred Roscheck eine Zwischenbilanz. Er hat dieses Amt im November von Horst Ziesemer übernommen, der mehr als zwölf Jahre engagiert an der Spitze der Gruppe gestanden hatte. Familien und Einzelpersonen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht zu der Ausgabe kommen können, werden zudem über einen Lieferdienst mit Nahrungsgütern versorgt.

„Dieses Jubiläum steht für unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements von heute gut 20 Mitarbeitenden, für gegenseitigen Respekt und für die Überzeugung, dass niemand in unserer Gesellschaft mit seinen Sorgen und Nöten alleingelassen wird“, sagte Roschek bei der Dankfeier. „Immer neue Krisen und leider auch Kriege zeigen uns, dass auch weiterhin viele Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.“ 

Um „Akzente gegen die Armut setzen“ zu können, ist die Lebeka auf die Unterstützung von Lebensmittelgeschäften, Discountern, Bäckern, Metzgern, Landwirten und Großhändlern angewiesen, die „uns dankenswerterweise äußerst großzügig und verlässlich geleistet wird“, lobte der Teamleiter. Das gelte gleichermaßen für den Rotary Club, die Faßbender Stiftung und für Unternehmen. Diese haben unter anderem die Anschaffung von Transportern ermöglicht.

Vier Ehrenamtliche, die seit Anbeginn in der Kardorfer Gruppe aktiv, haben laut Roscheck besonders zu der „beeindruckenden Entwicklung unserer Einrichtung“ beigetragen: Christel Janik, Elisabeth Kleißler, Renate Müller und Irmgard Notzem „setzen sich seit der ersten Stunde Woche für Woche großartig ein, um Notleidenden aus unserer Stadt zu helfen“. Ein rundes Jubiläum feierte darüber hinaus Hansjörg Bucher, der seit zehn Jahren Teammitglied ist.

Vize-Bürgermeisterin Kretschmer und der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Rainer Züge, lobten den hohen persönlichen Einsatz der Ehrenamtler im Lebeka-Team, die zuverlässig anpackten, um Bedürftigen Hilfe zu leisten. Als Anerkennung übergaben Kretschmer, Züge und der langjährige Kardorfer Ortsvorsteher Gottfried Düx Geldspenden an Manfred Roschek.

Als eine Art Geburtstagswunsch nannte Roschek, dass das Team derzeit Fahrer sucht, die mit Kleinlastern donnerstags- und freitagsvormittags Ware bei den Spendern abholen. Wer Interesse hat, kann sich sehr gerne freitagsvormittags in der Ausgabestelle melden.

 

Kontakt: Harald Siebert (0171 4323949)

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